Schule in Spanien: das System, die Zeiten und wie du dein Kind anmeldest
Warum hier alle bis 16 in derselben Schulform bleiben, was ein colegio concertado ist und wie die Anmeldung wirklich abläuft.
Es ist Mai, du sitzt vor dem Anmeldeportal deiner Region, und im Formular steht ein Wort, das dir kein Wörterbuch erklärt: baremo. Daneben sollst du drei Schulen, die du nie von innen gesehen hast, in eine Rangfolge bringen. Die Nachbarin sagt, du hättest eine Straße weiter mieten sollen. Und irgendwo fragt das Formular nach dem padrón.
Das Formular ist nicht kaputt. Es rechnet. Über den Schulplatz entscheidet in Spanien kein Gespräch mit der Schulleitung, sondern eine Punktetabelle — und welche Zeile darin für deine Familie zählt, hängt von der Region ab. Wir gehen die Tabelle hier Zeile für Zeile durch, mit den Begriffen, die du im Portal wirklich lesen wirst.
Stand: August 2026. Die Rahmengesetze sind national, Fristen und Punktetabellen legt jede comunidad autónoma selbst fest — die konkreten Zahlen unten stammen aus der Comunitat Valenciana und zeigen den Ablauf beispielhaft.
📋 Was auf dieser Seite steht
- 🎓 Die Stufen: Infantil, Primaria, ESO, Bachillerato
- 🏫 Público, concertado, privado
- ⏰ Schulzeiten: jornada continua oder partida
- 💯 Noten: eine Skala, die andersherum läuft
- 📝 Die Anmeldung Schritt für Schritt
- 🧮 Der baremo: wie die Punkte entstehen
- 🇪🇸 Ankommen: Sprache, Klasse, AMPA
- ❓ Häufige Fragen
🎓 Die Stufen: Infantil, Primaria, ESO, Bachillerato
Mit zehn passiert hier gar nichts. Keine Grundschulempfehlung, keine Aufteilung auf Schulformen, kein Elternabend über die Zukunft eines Viertklässlers. Primaria und ESO bilden nach dem aktuellen Bildungsgesetz LOMLOE einen einzigen Block von zehn Jahren, die enseñanza básica, und alle Kinder gehen da gemeinsam durch.
- Educación Infantil — 0 bis 6 Jahre, freiwillig. Der zweite Zyklus (3 bis 6) ist an öffentlichen Schulen gebührenfrei und wird von fast allen genutzt. Er läuft oft im selben Gebäude wie die Grundschule, das Kind wechselt später also nur den Flur.
- Educación Primaria — 6 bis 12 Jahre, sechs Schuljahre, Pflicht.
- ESO (Educación Secundaria Obligatoria) — 12 bis 16 Jahre, vier Jahre, Pflicht. Am Ende steht der título de Graduado en ESO, ungefähr das, was zu Hause der mittlere Schulabschluss ist.
- Bachillerato — 16 bis 18 Jahre, zwei Jahre, freiwillig, führt zur Uni. Die Alternative danach ist die Formación Profesional, die berufliche Schiene.
Die Schulpflicht umfasst nach dem spanischen Bildungsgesetz zehn Jahre und läuft regulär von sechs bis sechzehn; eine Übersicht der Stufen findest du beim Bildungsministerium. Der Jahrgang richtet sich allein nach dem Geburtsjahr — ob Januarkind oder Dezemberkind, dieselbe Klasse. Einen Stichtag mitten im Jahr, wie ihn Bundesländer und Kantone kennen, gibt es nicht.
Kommst du mitten im Schuljahr an, macht die Schule eine evaluación inicial und stuft dein Kind in der Regel in die Jahrgangsstufe ein, die seinem Alter entspricht. Die Zeugnisse aus der bisherigen Schule reichen dafür. Anders liegt der Fall bei Abschlüssen: Wer ein ausländisches Zeugnis für ESO oder Bachillerato anerkennen lassen will, beantragt beim Ministerium die homologación oder convalidación. Bis der Bescheid kommt, gibt es den volante de inscripción condicional — ein Papier, mit dem dein Kind vorläufig eingeschrieben wird, als wäre die Anerkennung schon erteilt. Beantrage ihn gleich mit; ohne ihn hängt die Einschreibung an der Bearbeitungszeit einer Behörde in Madrid.
Achtung bei den Begriffen: colegio heißt in Spanien die Schule für Infantil und Primaria, ab der ESO heißt sie instituto oder IES. Mit zwölf wechselt dein Kind also meist in ein anderes Gebäude, obwohl die Schulform dieselbe bleibt.
🏫 Público, concertado, privado
Drei Trägerformen — und für die mittlere gibt es zu Hause keine saubere Entsprechung.
Colegio público — die staatliche Schule, in der rund zwei Drittel aller Kinder in Spanien sitzen. Kostenfrei bis auf Bücher, Material und, wenn du es buchst, das Mittagessen. Die Lehrkräfte sind funcionarios, also verbeamtet, und kommen nur über ein hartes Auswahlverfahren (oposiciones) ins Amt.
Colegio concertado — privat geführt, staatlich bezuschusst. Am ehesten vergleichbar mit einer Schule in freier Trägerschaft, deren Betrieb zum größten Teil vom Staat finanziert wird. Die Bedingung: dieselben Aufnahmeregeln und derselbe baremo wie an einer öffentlichen Schule. Die Familien zahlen eine monatliche cuota für das, was der Zuschuss nicht deckt; die Mehrheit dieser Schulen ist katholisch geprägt. In Spanien ist das kein Nischenmodell — concertado steht in jeder Anmeldeliste gleichberechtigt neben público.
Colegio privado — vollständig aus Schulgeld finanziert, frei in Lehrplan und Personal. Hierher gehören die internationalen und bilingualen Schulen mit International Baccalaureate oder britischem Abschluss, und hierher gehören auch die Deutschen Schulen: Madrid, Barcelona, Bilbao, Málaga, Las Palmas, Valencia, Teneriffa. Für österreichische und schweizerische Zeugnisse gilt übrigens dasselbe Verfahren wie für deutsche — sie laufen durch dieselbe homologación.
Unsere Empfehlung dazu, und sie ist unbequem: Eine deutschsprachige Schule löst das Sprachproblem und schafft ein neues. Kinder, die vormittags Deutsch sprechen und nachmittags mit deutschsprachigen Klassenkameraden verabredet sind, lernen Spanisch deutlich langsamer als die aus dem colegio público um die Ecke. Für zwei Jahre Entsendung ist das nachvollziehbar. Wer bleiben will, zahlt zweimal: einmal das Schulgeld und einmal die Jahre, die das Kind später beim Spanischen aufholt.
⏰ Schulzeiten: jornada continua oder partida
Diese Frage unterschätzt du leicht, wenn du aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommst — und sie trifft deinen Arbeitstag härter als die Wahl der Schule.
Bei der jornada continua liegt der gesamte Unterricht am Vormittag, meist von 9:00 bis 14:00 Uhr. Danach geht das Kind nach Hause oder bleibt zum comedor, dem Mittagessen, und zu den actividades extraescolares — beides kostet extra. Bei der jornada partida ist der Tag geteilt: Unterricht am Vormittag, rund zwei Stunden Mittagspause, dann noch einmal Unterricht bis etwa 16:30 Uhr.
Die Aufteilung folgt der Trägerform. Die große Mehrheit der öffentlichen Schulen ist inzwischen auf jornada continua umgestellt, private und concertado-Schulen sind überwiegend beim geteilten Tag geblieben. Die kostenlose Schule liefert dir also mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Kind, das um 14 Uhr vor der Tür steht — und einen comedor, den du dazubuchst.
In Spanien wird darüber seit Jahren gestritten. Für den durchgehenden Vormittag sprechen freie Nachmittage; gegen ihn sprechen die Studien, die das Science Media Centre España zusammengetragen hat: Untersuchungen aus Galicien, Andalusien und Madrid zeigen für Kinder mit geteiltem Tag im Schnitt bessere Ergebnisse, und der Nachmittag in der Schule gleicht aus, was manche Familien zu Hause nicht bieten können.
Praxistipp: Frag bei der Schulbesichtigung nach drei Zahlen. Wann endet der Unterricht, was kostet der comedor im Monat, und ab wann gibt es die Frühbetreuung (los primeros del cole, oft ab 7:30 Uhr)? Diese drei Zahlen entscheiden darüber, ob beide Eltern weiter Vollzeit arbeiten können.
💯 Noten: eine Skala, die andersherum läuft
In Spanien wird von 0 bis 10 benotet, und hoch ist gut. Eine 9 im Zeugnis ist kein Grund zur Sorge, sondern sobresaliente.
| Note | Bezeichnung | Ungefähr in D/A/CH |
|---|---|---|
| 9–10 | Sobresaliente (SB) | sehr gut |
| 7–8 | Notable (NT) | gut |
| 6 | Bien (BI) | befriedigend |
| 5 | Suficiente (SU) | ausreichend — bestanden |
| 1–4 | Insuficiente (IN) | nicht bestanden |
Bezeichnungen und Zuordnung zur Zehnerskala stehen so in den amtlichen Bewertungsvorgaben. Die rechte Spalte ist eine Orientierung, keine amtliche Umrechnung; wie ein ausländisches Zeugnis anerkannt wird, entscheidet das Verfahren der homologación.
Zeugnisse kommen dreimal im Jahr, nach jedem trimestre. Ein Fach, das im laufenden Jahr nicht bestanden ist, heißt suspensa; bleibt es offen und wird ins nächste Jahr mitgenommen, wird daraus eine asignatura pendiente. Zum Sitzenbleiben führt beides nicht automatisch: Über die promoción, die Versetzung, entscheidet die junta de evaluación, das Lehrerteam der Klasse, nach dem Gesamtbild. Und repetir curso ist nach der aktuellen Regelung eine Ausnahmemaßnahme — in der Primaria höchstens einmal, in der gesamten Schulpflicht höchstens zweimal, begleitet von einem Förderplan.
📝 Die Anmeldung Schritt für Schritt
Zuerst die Wohnung, dann der padrón
Der Ablauf beginnt beim Mietvertrag. Mit dem contrato de alquiler gehst du ins ayuntamiento, das Rathaus, und meldest dich an. Was du bekommst, heißt certificado de empadronamiento, alle sagen nur padrón — und dieses Papier belegt später deine Adresse im Anmeldeverfahren. Wie das im Detail läuft, steht in unserem Leitfaden zum empadronamiento (auf Englisch).
Kläre mit dem Vermieter vor der Unterschrift, ob du dich in der Wohnung anmelden darfst. Ohne padrón fehlt dir im Formular der Adressnachweis — und damit die Punkte, um die es gleich geht.
Die Unterlagen
| Dokument | Wofür | Hinweis für Zugezogene |
|---|---|---|
| Certificado de empadronamiento | Adressnachweis | Priorität eins nach dem Mietvertrag |
| Ausweis der Eltern (DNI/NIE/Pass) | Identität | Original und Kopie |
| Pass oder Geburtsurkunde des Kindes | Identität, Alter, Jahrgang | Nicht spanischsprachige Urkunden brauchen eine traducción jurada, eine beeidigte Übersetzung |
| Libro de familia oder Ersatz | Familienverhältnis | Für Ausländer: Geburtsurkunde plus Heiratsurkunde, beeidigt übersetzt |
| Cartilla de vacunación | Impfungen | Die Namen der Impfstoffe übersetzen lassen; der spanische Impfkalender weicht ab |
| Certificado de salud escolar | Schulärztliches Attest | Stellt die spanische Kinderärztin aus |
| Zeugnisse der bisherigen Schule | Einstufung in den Jahrgang | Beim Wechsel mitten im Jahr wichtig |
| Nachweise für den baremo | Punkte | Einkommensnachweis, título de familia numerosa, amtliche Bescheinigungen |
Portal, Fristen, NIA
Die Anträge laufen online über das Portal der Region — in der Comunitat Valenciana ist es seit dem Verfahren 2026/27 Adminova (adminova.gva.es), in Madrid die Secretaría Virtual. Einloggen kannst du dich mit dem certificado digital oder mit cl@ve (dem staatlichen Zugang zu Behördenportalen).
Ein Detail, an dem frisch Zugezogene hängen bleiben: Der Antrag verlangt eine Kennnummer für Schüler — in der Comunitat Valenciana heißt sie NIA. Ein Kind, das noch nie an einer spanischen Schule war, hat keine; sie wird im Verfahren vergeben oder vorab über die Schule beantragt. Frag im Sekretariat danach, bevor die Frist läuft.
Der Kalender für das Schuljahr 2026/27 in der Comunitat Valenciana (Resolución vom 25. Februar 2026, DOGV):
- Presentación de solicitudes — Infantil und Primaria vom 7. bis 18. Mai, ESO und Bachillerato vom 21. Mai bis 1. Juni.
- Listas provisionales — vorläufige Listen mit deiner Punktzahl: 4. Juni (Infantil/Primaria), 15. Juni (ESO).
- Reclamaciones — Einspruch, wenn die Punkte falsch gerechnet wurden. Zeit dafür ist nur die Spanne zwischen vorläufiger und endgültiger Liste, bei Infantil und Primaria also zwischen dem 4. und 18. Juni; die genaue Frist steht in der Veröffentlichung der Listen.
- Listas definitivas — 18. Juni (Infantil/Primaria), 2. Juli (ESO).
- Matrícula — die eigentliche Einschreibung, telematisch oder vor Ort, direkt im Anschluss.
Und wenn du im August ankommst — und all das ist längst gelaufen? Dann geht der Antrag fuera de plazo, außerhalb der Frist, über die comisión de escolarización — die Kommission, die im Bezirk die freien Plätze verteilt. Einen Platz bekommt dein Kind, denn Schulpflicht ist Schulpflicht — aber dort, wo noch Plätze frei sind. Rechne im ersten Jahr mit der Schule, die übrig ist, und peile die Wunschschule für den regulären Anmeldezeitraum im Mai an.
🧮 Der baremo: wie die Punkte entstehen
So sieht die Tabelle in der Comunitat Valenciana aus (Decreto 48/2024 und Orden 8/2024, Stand August 2026):
| Kriterium | Punkte | Nachweis |
|---|---|---|
| Geschwister an der Schule (hermanos en el centro) | 15 | Antrag, die Schule prüft selbst |
| Wohnort im área de influencia (Einzugsgebiet) | 10, angrenzende Zone 5 | Certificado de empadronamiento |
| Arbeitsplatz eines Elternteils in der Zone | 5–10 | Arbeitsvertrag, Arbeitgeberbescheinigung |
| Elternteil arbeitet an der Schule | 7 | Die Schule prüft selbst |
| Familieneinkommen unter der IPREM-Schwelle (staatlicher Referenzwert für Einkommen) | bis 7 | Steuererklärung |
| Familia numerosa (kinderreich) oder monoparental (alleinerziehend) | 5, in der Kategorie especial 7 | Offizieller Ausweis |
| Behinderung (discapacidad) | 4–7 Kind, 3–5 Eltern oder Geschwister | Amtliches Gutachten |
| Punto del centro | 1 | Ermessen der Schule |
Zur Zeile mit dem Einzugsgebiet gehört eine Einschränkung, ohne die die Tabelle in die Irre führt. Sie steht so in der Norm, greift aber nur dort, wo eine Gemeinde überhaupt in Zonen geteilt ist. Die Comunitat Valenciana und Madrid arbeiten mit einem distrito único: Die ganze Gemeinde ist eine einzige Zone, eine angrenzende Zone gibt es dort also gar nicht. Damit bekommt praktisch jede gemeldete Familie dieselben 10 Punkte, und die Nähe fällt als Unterscheidungsmerkmal aus — es entscheiden Geschwister an der Schule, Einkommen und Familienstatus, und bei Gleichstand ein Losverfahren.
In Regionen mit klassischer Zoneneinteilung ist es umgekehrt: Dort sind die 10 Punkte für die área de influencia genau der Hebel, den eine neu zugezogene Familie ohne Geschwister an der Schule sonst nirgends hat. Deshalb lautet der einzige verlässliche Rat: Sieh nach, mit welchem Modell deine Region arbeitet, bevor du den Mietvertrag unterschreibst. Beim distrito único rettet dich die Adresse nicht — dann lohnt es sich, die Reihenfolge der Wunschschulen ernst zu nehmen und realistisch zu mischen.
🇪🇸 Ankommen: Sprache, Klasse, AMPA
Dass dein Kind kein Spanisch spricht, ist kein Hindernis für die Aufnahme. Die Regionen haben dafür eigene Programme, und sie heißen überall anders: aulas de enlace in Madrid, ATAL (aulas temporales de adaptación lingüística) in Andalusien und Extremadura, aules d'acollida in Katalonien, aulas de acogida auf den Balearen und in Murcia, PASE (programa de acogida al sistema educativo) in der Comunitat Valenciana. Die Verweildauer unterscheidet sich ebenfalls — in der Comunitat Valenciana sind es drei bis sechs Monate, in Madrid bis zu einem Jahr. Frag im Sekretariat konkret nach dem Programm deiner Region; „Förderung gibt es schon irgendwie“ ist keine Antwort, mit der du planen kannst.
Rechne mit dem período silencioso, der stillen Phase: In den ersten Monaten versteht ein Kind deutlich mehr, als es spricht. Das ist normal und kein Rückschritt. Was hilft, sind Gelegenheiten außerhalb des Klassenraums: der polideportivo im Viertel, die escuela de verano im Juli, die ludoteca municipal des ayuntamiento. Druck hilft nicht.
In zweisprachigen Regionen kommt eine Ebene dazu: In Katalonien, im Baskenland, in Galicien und in Teilen der Comunitat Valenciana ist die lengua cooficial, die zweite Amtssprache, auch Unterrichtssprache. Kinder schaffen das — aber es gehört auf die Liste, wenn du dich zwischen Regionen entscheidest.
Der schnellste Weg ins Schulleben ist die AMPA, die asociación de madres y padres de alumnos (an manchen Schulen AFA). Sie organisiert die Nachmittagsangebote, die Feste und die Frühbetreuung, kauft Material und sitzt im consejo escolar — dem Gremium, in dem die Schule verwaltet wird. Der Jahresbeitrag ist meist symbolisch, und dafür bekommst du Ermäßigungen und dreißig Telefonnummern von Eltern, die das System kennen.
Was sonst noch anders ist als zu Hause: Zuständig für alles ist die tutora oder der tutor der Klasse, und diese Gespräche heißen tutorías — Termine macht man dort, nicht bei der Schulleitung. Kinder sagen seño oder profe statt Nachname. Die offizielle Kommunikation läuft über ein Portal (in Valencia Web Família im System ITACA, in Madrid Roble), die inoffizielle über WhatsApp-Gruppen der Klasse, und die ist schneller, als dir lieb ist. Gefeiert wird viel: Carnaval, die Weihnachtsaufführung, der Día de la Paz am 30. Januar und die fiesta del patrón, der Tag des Schulpatrons. Warum im August trotzdem alles stillsteht, steht in unserem Text darüber, warum Spanien im August zumacht.
❓ Häufige Fragen
Ab welchem Alter besteht in Spanien Schulpflicht? Ab sechs, bis sechzehn. Der Kindergartenteil davor (Educación Infantil, 3 bis 6) ist freiwillig, an öffentlichen Schulen gebührenfrei und wird trotzdem von fast allen genutzt — auch, weil das Kind damit schon an der Schule ist, an der es bleiben soll.
Ist die Schule kostenlos? Der Unterricht an öffentlichen Schulen ja. Bücher, Material, comedor und Nachmittagsangebote nicht. An concertado-Schulen kommt die monatliche cuota dazu, an privaten das volle Schulgeld.
Wann fängt das Schuljahr an? In den meisten Regionen zwischen dem 7. und 10. September, Schluss ist in der zweiten Junihälfte. Die genauen Termine setzt jede Region — die Übersicht steht in unserem Kalender der Feiertage und Schulferien.
Was passiert, wenn keine meiner drei Wunschschulen zusagt? Dann landet dein Kind auf der lista de espera der Schulen, die du angegeben hast, und die comisión de escolarización weist ihm parallel einen Platz an einer Schule mit freien Plätzen zu. Die Warteliste bewegt sich bis in den September hinein, weil Familien absagen, wegziehen oder doch die concertado nehmen.
Braucht mein Kind eine NIE, um angemeldet zu werden? Für den Schulplatz nicht. Das Recht auf Bildung gilt für ausländische Minderjährige unabhängig von ihrer aufenthaltsrechtlichen Lage; für das Verfahren reichen Pass und padrón. Eine NIE brauchst du für andere Dinge — Konto, Steuern, Krankenversicherung —, nicht für die Einschulung.
Mein Kind spricht kein Spanisch — geht das trotzdem? Ja. Die Aufnahme hängt nicht an der Sprache, und für den Anfang gibt es die regionalen Sprachprogramme (aulas de enlace, ATAL, aules d'acollida, PASE) und Förderlehrkräfte.
Können wir mitten im Schuljahr anfangen oder die Schule wechseln? Ja, beides läuft über die comisión de escolarización des Bezirks: der Neuzugang als Antrag fuera de plazo, der Wechsel als traslado de matrícula mit Begründung. Was du dabei nicht bekommst, ist freie Auswahl — zugewiesen wird, wo Plätze frei sind.
Lohnt sich eine Deutsche Schule? Für einen befristeten Aufenthalt und für Kinder kurz vor dem Abschluss: oft ja. Für einen Umzug auf Dauer selten — sie kostet viel und bremst genau die Immersion aus, wegen der du hergezogen bist.
Was hängen bleibt
Von außen sieht die Anmeldung aus wie ein Behördenmarathon. Tatsächlich ist es eine kurze Kette: Wohnung, padrón, Unterlagen, Antrag im Mai über das Portal deiner Region. Schwer wiegt darin nur eine Entscheidung — welche Schule auf Platz eins kommt. Und die triffst du gut, wenn du vorher weißt, welche Zeile des baremo dir überhaupt Punkte bringt.
Der Rest kommt schneller, als du denkst. Die erste tutoría auf Spanisch ist unangenehm; bei der dritten hörst du dir selbst schon zu. Und irgendwann bringt dein Kind Wörter nach Hause, die du nachschlagen musst. ¡Bienvenidos al cole!
Bereit für die erste tutoría?
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